6
Februar
2009

Der Tag vor einem Jahr

Vor einem Jahr bist du eingeschlafen, es war nicht unerwartet und nicht plötzlich, aber viel zu früh. Man solle sich darauf einstellen, hatte man uns gesagt, aber wie stellt man sich darauf ein? Der Anruf kam, man wusste es schon vor dem ersten Klingeln, und das Gefühl traf mit der Gewalt des Urknalls.

Die nächsten Tage in Taubheit verbracht, mehr reagiert als agiert, getrauert, gedacht, es geht vorbei. Aber das Vermissen setzt erst später ein, spätestens dann, wenn Ratschläge benötigt werden, man eine geliebte Tradition fortführt (und weiß, das diese nie mehr so sein wird) oder man nur blind zusehen muss, wie die Familie leidet und man nicht helfen kann.

Weihnachten, dein Geburtstag,  traurige Momente ohne dich, aber heute ist es ganz speziell. Jede Minute “unserer” letzten Stunden läuft in Realzeit im Kopf ab, jede Empfindung tief gefühlt. Ich seh dich leiden, deinen Schmerz in deinen Augen und die Angst, die keiner dir nehmen kann. Ich höre deine Stimme, wie du zu mir sprichst und dich verabschiedest, deiner kleinen Tochter zuzwinkerst und wir den Raum verlassen, um dich dann 3 Stunden später vor uns liegen zu sehen.

Vor einem Jahr bist du eingeschlafen … Papp, ich vermiss dich …



1 comment

  1. Trosty:

    Scheisse, hab ich schon wieder absolut verdrängt :( .



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