23
Januar
2009

Männer und ihre Wehwehchen (I)

Ich bin bekennender Hypochonder, und steh’ dazu. Hör ich von ner Krankheit, hab ich innerhalb weniger Minuten Stunden Tagen diese Symptome … danke, Unterbewusstsein. Ich suhl’ mich dann darin, genieße es, betüdelt zu werden, armes Hasi hier, armer Mann da … nun gut, das ganze dauert vielleicht nur 5 ernstgemeinte Sekunden der Ehefrau, aber hey, ich wurde beachtet und bemuttert … hach, tut das gut. Das ganze hat man dann 1 x im Quartal, und dann geht es einem wieder gut.

 

Dann aber gibt es die Momente, wo es einem richtig dreckig geht, und man weiß nicht woher es kommt. OK, wir haben Ende November aufgehört zu Rauchen, der Stoffwechsel stellt sich nur sehr träge wieder um. Und OK, die Erinnerung an das, was mindestens die letzten 12 Monate vorher geschah, ist mehr als präsent und eingebrannt.

 

Da ist es nicht verwunderlich, wenn auf einmal gesundheitliches Problem auftritt, dem MANN erstmal nicht genauer nachgeht, sondern erstmal 3 Wochen untern Tisch fallen lässt. Danach folgt die 2-wöchige Phase, in der MANN leidet und jede Stunde seiner Partnerin und jedem anderen, der es nicht hören will, mitteilt, wie schlecht es einem doch und wann genau man zum Arzt geht. Danach folgen dann die 1 bis 2 Wochen, in der MANN dieses auch in die Tat umsetzen will und danach ne knappe Woche, in der MANN es dann auch tut. Das ist der normale wirkliche Krankheitsverlauf beim männlichen Geschlecht, und jeder, der das Gegenteil behauptet, lügt (es sei denn, MANN ist selbst Arzt oder Apotheker).

 

Bei mir war es ein Druck auf der rechten Seite zwischen Rippenbogen und Beckenknochen, der nicht nachließ. Dazu Übelkeit, nicht-auszuhaltende Blähungen, die nicht nur mir die Tränen in die Augen trieb (Genfer Konventionen anyone?), Ausschlag, Schlaflosigkeit. Einige Nächte lang wachgelegen und Angst gehabt, das eine mögliche Diagnose vernichtend ausfällt.

 

Letzte Woche dann die männlichen 8 Krankheitswochen beendet und zum Doc meines Vertrauens, großes Blutbild, Stuhlprobe (Thema für sich), allgemeine Untersuchung, „Finger im Po, Mexico“, Ultraschall. Ergebnis: Ultraschall negativ, alle Organe OK, nirgends etwas auffälliges, lediglich der Cholesterinwert ist wie immer chronisch erhöht. Übelkeit (Magendarmvirus vor Wochen) & Ausschlag (sag mal, hattest du nicht Neurodermitis, die sich doch ach so gut mit Heizungsluft verträgt) auch verschwunden.

 

Woher der Druck kommt? Nun, ich sitze den ganzen Tag auf meinem Hintern, Sport ist derzeit Mangelware, ich habe 6 Kilo zugenommen … das das ganze mangelnde Bewegung ist und von einer angegriffenen Wirbelsäule kommen kann, da denkt man nicht drüber nach, nein, MANN ist ja todkrank. Empfehlung des Arztes: Mal 4-6 Wochen versuchen, sich sportlich zu betätigen. Sollte der Druck dann immer noch da sein, ne Darmspiegelung … argh!!!

 

Ergebnis: Kaum einmal n bischen Fussi mit den Jungens gespielt, merkt man über den tierischen Muskelkater hinweg, dass der Druck nachlässt, verwunderlich, gell? Aber so ist das: man sieht immer das negative und wünscht sich, gesund zu sein … und man ist es!!! Scheiß Kopfkino!!!



Leave a Reply