29
Oktober
2008

London 08: Schee war’s (I)

Den Tunnel gut überstanden (der Underground war viel schlimmer), das Wembley-Trauma durchgestanden (und das ganz passabel), ein viel zu hohes Hotelzimmer (das Treppenhaus war scheiße suboptimal), wirklich leckeres englisches Frühstück (Bratwurst morgens um 8.30 h!!! – ja, ich schubs auch kleine Enten in den Teich) und eine Bombentruppe — das war unser Hochzeitsgeschenkwochenende in London.

Doug-n-Dea im

Die Zugfahrt war recht passabel, im Tunnel selbst hat man nicht wirklich gespürt, das man durch ihn hindurchfuhr, kaum Geräusche oder rappeln, wirklich empfehlenswert … im Gegensatz zum Fliegen!!! Ärgerlich war nur, das wir durch eine kleine Verspätung in Bruxelles Midi ne Stunde vor dem Tunnel warten mussten … nur das Warten vorm Aufruf beim …-arzt (bitte selbst eintragen) ist schlimmer.

In London selbst von unseren allerliebsten Freunden abgeholt worden, die noch lieberen in der Hotellobby getroffen. Schwupps in die leichte Bierkleidung, ab in den Covent Garden, Bierchen süppeln und mehr schlecht als recht Indisch essen, übermüdet heim und ab ins Bett.

Sonntag früh raus, Frühstück (siehe oben) und ab im Regen zum Stadion … meine Fresse, ist das hoch. Tailgating Party total überlaufen, Regen tröpfelt, weg zu ner Burger&Beer-Bude (dabei mal wieder aufs Stadion schaun und schräge Gedanken habend).

  Pure Begeisterung

Man nähert sich dem Stadion, und dann isses soweit, die Tore werden geöffnet und knapp 85.000 Zuschauer strömen nach innen. Ins obere Stockwerk kommt man nur durch gläserne Rolltreppen, unsere zum Glück rund herum bebaut. Kaum ist man unten drin, fällt das Ding aus, und man muss bis oben laufen. Dea macht mir den Vorblocker, ich mit Hyperventilationsatmung nach oben. Der Boden schwankt. Oben angekommen hält mich nichts mehr, ich will zu meinem Platz. Ich erreiche die Tür zu Block 551 (kotz ich jetzt oder kipp ich direkt um), ab zum Blatz in Reihe 13, ich sitze!!!

Hoch ist es ja schon, aber irgendwie … nett!!! Ich sitze in einem Stadion, wo ich nie hingekommen wär, hätte man es mir nicht ermöglicht. In Gedanken an meinen Dad werde ich ruhiger und beginne, die Atmosphäre zu genießen. Meine Dea neben mir, die mich in meiner ganzen hektisch-panischen Unruhe ruhig unterstützt und mir viel viel Kraft gibt.

Nach zehn Minuten trau ich mich, das erste Mal aufzustehen, ich spüre keine Vibrationen und merke, das Wembley nichts anderes ist, als ein ganz masssiv gebautes Haus. Es ist schön hier, wirklich.

Die Spieler machen sich warm, die Pregame-Show beginnt und auf einmal bin ich mitten im Spiel, eine Wahnsinns-Athmosphäre. Ich mache die LaOla mit, trau mich alleine auf Toilette … und nichts passiert!!!

Das Spiel ist unterhaltsam, zu Ende hin nochmal richtig spannend, die Saints gewinnen punktreich mit 37:32 gegen die Chargers. Wie komm ich hier runter?

Einfach, die Notausgänge sind geöffnet, es geht geordnet gefühlte 36 mal im Kreis die Treppe runter (jo, bin ich n Hamster???). Unten mach ich den Papst und küsse den festen Boden, schnell noch ne Pizza in Wembley Town und ab zum Bier ins Hotel.

Montag morgen früh raus und Dea n Grumpy besorgt (ich hasse High School Musical 3!!!), ab zum King’s Cross (und Gleis 9 3/4 nicht findend) und ab in die Bahn heim.

Ich hab mich Tage und Stunden bekloppt gemacht, aber dank’ meinen Freunden, meinem Dad und meiner Dea hab ich es geschafft, ein Teil meiner Psychosen zu verdrängen und zu bearbeiten. Es war einfach nur genial (auch wenn es für die meisten nicht so aussah).

Thank you all’ for the memories.



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